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Branchen-News Meldung:

Verbände der Bildautoren diskutieren Urheberrechte mit Google

Am 9. Mai trafen sich Vertreter mehrerer Verbände von Bildautoren mit einer Google-Delegation in der Berliner Niederlassung des Konzerns. Hintergrund ist der durch den BVPA initiierte offene Protestbrief von neun Verbänden, die darin auf die Verletzung von Rechten von Urhebern und Bildrechteinhabern durch die neue Bildersuche hinweisen. Seit Februar 2017 zeigt Google nämlich nach dem Anklicken eines Vorschaubildes dieses in Großformat (Blow-Up) ohne den Kontext der Webseite, aber mit vermeintlich ähnlichen Bildern, ohne Urhebervermerk, dafür mit einem „Teilen“-Button für Social Media oder E-Mail. 


Die Verbände-Initiative sieht diese Darstellungsform als unzulässige Vervielfältigung, mit der die Bilder online in Originalgröße zugänglich gemacht werden, ohne dass dafür die originale Webseite aufgesucht werden muss. Dadurch werde Google selbst zum Content-Anbieter, der ein suchwortgeneriertes Bilderalbum zum Durchblättern bereitstelle, heißt es in einer Pressemitteilung. Die „Teilen“-Funktion sei ein ebenfalls nicht notwendiger Bestandteil der Suchergebnisanzeige und damit auch nicht von einer faktischen Einwilligung gedeckt.

Die Verbände fordern Google auf, zu einer rechtskonformen Suchanzeige von Bildern zurückzukehren und insbesondere die Funktionen zur Vergrößerung und zum Teilen zu entfernen. In Berlin wurden diese rechtlichen und wirtschaftlichen Bedenken Google nun nochmals in einem direkten Treffen vorgetragen und durch Ergebnisse einer BVPA-Mitgliederbefragung untermauert.

Dabei machte die aus den USA per Videokonferenz zugeschaltete Leiterin des Bereichs Google Image Search, Cathy Edwards, deutlich, dass man die Befürchtungen und Bedürfnisse der Bildbranche im Umgang mit der Bildersuche – insbesondere im Bereich der Vermarktung – besser verstehen wolle. Nach Ansicht der Verbände erschien die Google-Delegation aber nur begrenzt daran interessiert, sich mit der Vereinbarkeit mit dem deutschen Recht, dem Problem des Rückgangs der Besuche auf Webseiten von Fotografen und Bildagenturen sowie der Gefahr steigender Urheberrechtsverletzungen durch Bilddiebstahl durch die neu eingeführte „Teilen“-Funktion auseinanderzusetzen. Offensichtlich steht bei den Verantwortlichen die User Expericence auf Basis der aktuellen Nutzeroberfläche im Mittelpunkt des Konzerninteresses, weshalb Forderungen der Initiative nach grundlegenden Änderungen überhört wurden. Bezüglich der rechtlichen Bedenken konstatierte die Google-Delegation lediglich, dass es allgemein einer besseren Aufklärung der Nutzer bedürfe. Offener erscheint Google gegenüber den Denkanstößen der Verbände-Initiative im Bereich der besseren Attribution (Urhebervermerk, Nutzung von Metadaten) sowie bezüglich der Möglichkeiten einer Deaktivierung der Rechtsklick-Funktion (Download und Copy-and-Paste). Eine Fortsetzung des Gesprächs im Laufe des Jahres wurde von beiden Seiten gewünscht und ein Folgetermin im Sommer anvisiert.

Laut einer Umfrage des europäischen Branchenverbands CEPIC sind 85 Prozent der Bilder, die von visuellen Suchsystemen gefunden werden, rechtswidrige Kopien. 80 Prozent dieser illegalen Bilder werden demnach über Suchmaschinen wie die Google Bildersuche verbreitet. 

Vor dem Treffen hatten neun Bildverbände in einem offenen Brief an Google Germany eine Verletzung der Interessen und Rechte von Fotografen, Bildagenturen, Illustratoren und Grafikern durch die neue Google Bildersuche kritisiert. Daran beteiligtetn sich folgende Verbände: Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA), Deutscher Journalisten-Verband (DJV), dju in ver.di, Center of Picture Industry (CEPIC), Illustratoren Organisation, Professional Image Creators (pic), Allianz deutscher Designer (AGD), Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. (BFF) und der Centralverband Deutscher Berufsfotografen – Bundesinnungsverband.

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